Ratgeber
NiSV-Fachkunde für Diodenlaser — Was Sie wissen müssen
Seit dem 01.01.2021 ist die NiSV-Fachkunde Pflicht für alle, die Lasergeräte gewerblich an Kunden einsetzen. Was das bedeutet, was es kostet und was bei Verstoß droht — hier kompakt zusammengefasst.
Was ist die NiSV?
Die NiSV (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen) regelt den gewerblichen Einsatz von Laser-, IPL- und Ultraschallgeräten in Deutschland. Sie wurde am 29.11.2018 verabschiedet und ist seit dem 01.01.2021 vollständig in Kraft.
Ziel der Verordnung: Verbraucher vor unsachgemäßer Anwendung schützen. Für Studiobetreiber bedeutet das eine verpflichtende Fachkunde-Schulung — und strengere Anforderungen an die eingesetzten Geräte.
Wer braucht den Fachkundenachweis?
Jede Person, die ein Lasergerät der Klasse IIb oder höher gewerblich an Kunden einsetzt. Das betrifft:
- —Kosmetikerinnen, die Diodenlaser oder IPL einsetzen
- —Studiobetreiber und angestellte Mitarbeiter, die behandeln
- —Heilpraktiker, die Laserbehandlungen anbieten
- —Friseure mit Laseranwendungen
Ausnahme: Ärzte und approbierte Zahnärzte sind von der NiSV-Fachkunde befreit, da sie bereits über eine medizinische Ausbildung verfügen. Ihre Mitarbeiter benötigen die Fachkunde jedoch, wenn sie eigenständig behandeln.
Kosten und Dauer
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Kosten | 3.500–6.000 € (je nach Anbieter und Umfang) |
| Dauer | 1–6 Monate (Intensivkurse ab 4 Wochen) |
| Verkürzung möglich | Ja — Kosmetikerinnen mit Grundausbildung kürzer |
| Format | Präsenz, Online oder Hybrid (je nach Anbieter) |
| Abschluss | Fachkundenachweis (Zertifikat), unbefristet gültig |
Tipp: Einige Gerätehersteller bieten die NiSV-Schulung im Kaufpreis an oder vermitteln vergünstigte Schulungsplätze. Fragen Sie bei der Geräteberatung gezielt danach.
Was passiert ohne NiSV-Fachkunde?
Die Konsequenzen sind ernst — und werden von den Gesundheitsämtern zunehmend kontrolliert:
Bußgelder: Bis zu 50.000 € bei gewerblicher Anwendung ohne Fachkundenachweis.
Nutzungsverbot: Das Gesundheitsamt kann den Betrieb des Geräts sofort untersagen.
Gerätebeschlagnahme: In schweren Fällen kann das Gerät eingezogen werden.
Versicherungsschutz entfällt: Bei Schäden am Kunden greift Ihre Berufshaftpflicht nicht, wenn Sie ohne Fachkunde gearbeitet haben.
Laserschutzbeauftragter — zusätzliche Pflicht
Unabhängig von der NiSV-Fachkunde muss in jedem Studio, das einen Laser der Klasse 3B oder 4 betreibt, ein Laserschutzbeauftragter (LSB) bestellt werden. Die meisten professionellen Diodenlaser fallen in Klasse 4.
Auf einen Blick
- —Kurs: 1–2 Tage (Präsenz oder Online)
- —Kosten: ca. 500–1.000 €
- —Gültigkeit: Unbefristet, Auffrischung empfohlen alle 5 Jahre
- —Pflicht: Pro Betriebsstätte mindestens ein LSB
Was muss das Gerät mitbringen?
Nicht jedes Gerät auf dem Markt erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. Achten Sie beim Kauf auf folgende Pflicht-Kriterien:
CE-Kennzeichnung— mit 4-stelliger Notified-Body-Nummer (z. B. CE 0123). Ohne diese Nummer ist die CE-Kennzeichnung wertlos.
Medizinprodukte-Klasse IIb— nach EU MDR 2017/745. Geräte, die nur als “kosmetisch” klassifiziert sind, dürfen nicht für dauerhafte Haarentfernung eingesetzt werden.
Konformitätserklärung — Der Hersteller muss eine EU-Konformitätserklärung vorweisen können. Fragen Sie aktiv danach.
Gebrauchsanweisung in Deutsch — Pflicht für alle Medizinprodukte, die in Deutschland eingesetzt werden.
Häufige Fragen
Ist die NiSV-Fachkunde für Diodenlaser Pflicht?
Ja. Seit dem 01.01.2021 darf nur noch gewerblich mit Lasergeräten an Kunden arbeiten, wer die NiSV-Fachkunde nachweisen kann. Das gilt für alle — auch für Kosmetikerinnen und Heilpraktiker.
Was kostet die NiSV-Fachkunde?
Die Kosten liegen zwischen 3.500 und 6.000 €, je nach Anbieter und Vorkenntnissen. Kosmetikerinnen mit Grundausbildung können oft einen verkürzten Kurs absolvieren.
Was passiert, wenn ich ohne NiSV-Fachkunde arbeite?
Es drohen Bußgelder von bis zu 50.000 €, ein sofortiges Nutzungsverbot durch das Gesundheitsamt und Beschlagnahme des Geräts. Zudem greift Ihre Berufshaftpflicht nicht bei Schäden.
Brauche ich zusätzlich einen Laserschutzbeauftragten?
Ja. Für Laser der Klasse 4 (dazu gehören die meisten professionellen Diodenlaser) muss pro Studio ein Laserschutzbeauftragter bestellt werden. Der Kurs dauert 1–2 Tage und kostet ca. 500–1.000 €.
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